Beste Bildung für alle

Berei­che:
Bil­dungs­ge­rech­tig­keit durch Gebüh­ren­frei­heit und höhere Bil­dungs­aus­ga­ben
Eine neue Schul– und Lern­kul­tur
Bil­dung von Anfang an
Län­ger gemein­sam ler­nen
Die Gemein­schafts­schule – Schule der Zukunft
Schu­len wer­den zu Häu­sern des Ler­nens und des Lebens
Abitur nach 12 und 13 Jah­ren
Berufs­kol­legs zu beruf­li­chen Kom­pe­tenz­zen­tren aus­bauen
Inklu­sion als Ziel
Zukunfts­wei­sende Leh­rer­aus­bil­dung
Unser Sofort­pro­gramm für bes­sere Bil­dung
Gute Hoch­schu­len
Unsere vor­ran­gige Ziele für die Hoch­schu­len
Wei­ter­bil­dung gewähr­leis­ten

Beste Bildung

Zwei Grund­sätze gel­ten: Jeder Mensch ist ein­zig­ar­tig und alle Men­schen sind gleich.
Jeder Mensch ver­fügt über beson­dere Poten­ziale und Fähig­kei­ten und alle
Men­schen haben ein Recht auf Bil­dung und Aus­bil­dung von Geburt an. Unsere
Grund­schu­len för­dern dies jetzt schon durch ihren inte­gra­ti­ven Lern­an­satz
best­mög­lich. Hin­ge­gen gelingt es in den wei­ter­füh­ren­den Schu­len in unse­rem
geglie­der­ten Bil­dungs­sys­tem nicht, die Bil­dungs­po­ten­ziale der Schü­le­rin­nen und
Schü­ler opti­mal wei­ter zu ent­wi­ckeln und zu för­dern. Bil­dungs­chan­cen hän­gen nach
wie vor zu stark von der sozia­len Stel­lung und vom Geld­beu­tel der Eltern ab. Bil­dung
darf aber kein Pri­vi­leg für die­je­ni­gen sein, die sie über das Eltern­haus in die Wiege
gelegt bekom­men haben. Gute Bil­dung und Aus­bil­dung sind der Schlüs­sel zur
Teil­habe und zur gesell­schaft­li­chen Integration.

Bil­dungs­ge­rech­tig­keit durch Gebüh­ren­frei­heit und höhere Bil­dungs­aus­ga­ben
Bil­dung ist mehr als Wis­sens­ver­mitt­lung. Für uns gilt: Bil­dung ist ein öffent­li­ches Gut
und ein Men­schen­recht. Sie darf nie­mals zu einer Ware wer­den, die sich nicht alle
leis­ten kön­nen. Wir mei­nen es mit der För­de­rung der Chan­cen­gleich­heit Ernst.
Darum wer­den wir den gebüh­ren­freien Zugang zu allen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen – vom
Kin­der­gar­ten bis zum Hoch­schul­stu­dium und nach­ge­hol­ten Schul– und
Berufs­ab­schlüs­sen, aber auch für Meis­ter­schu­len – garantieren.

Chan­cen­gleich­heit zu för­dern heißt aber auch, das Prin­zip der Lern­mit­tel­frei­heit neu
und umfas­sen­der als bis­her zu ver­ste­hen. Den heu­ti­gen Schul­buch­zu­schuss wol­len
wir schritt­weise durch ein Paket von lern– und schul­be­zo­ge­nen Leis­tun­gen für Kin­der
und Jugend­li­che ersetzen.

Bil­dung muss uns mehr wert sein. Unser Ziel: Zehn Pro­zent des
Brut­to­in­lands­pro­dukts wer­den in Bil­dungs– und For­schungs­aus­ga­ben investiert.

Eine neue Schul– und Lern­kul­tur
Für gerechte Bil­dungs­chan­cen brau­chen wir eine andere Schul– und Lern­kul­tur. Ein
gutes Bil­dungs­sys­tem muss junge Men­schen auf lebens­lan­ges Ler­nen vor­be­rei­ten.
Es muss Neu­gier und Moti­va­tion wecken und erhal­ten, die Kin­der und Jugend­li­chen
zu Kri­tik­fä­hig­keit erzie­hen und hier­durch starke Per­sön­lich­kei­ten schaf­fen. Ler­nen
muss in einem Klima statt­fin­den, das zum Mit­ma­chen ein­lädt. Mit­be­stim­mung,
Mit­ver­ant­wor­tung und Mit­ge­stal­tung müs­sen tra­gende Ele­mente unse­rer
Bil­dungs­ein­rich­tun­gen sein. Ler­nen unter Druck, das in immer stär­ke­rem Aus­maß
Nach­hilfe nötig macht und die Eltern viel Geld kos­tet, leh­nen wir ab. Ein gutes
Bil­dungs­sys­tem för­dert, for­dert und schließt nie­man­den aus.

Jede Schule wird dazu ver­pflich­tet und in Stand gesetzt, alle Kin­der auf­zu­neh­men
und zum best­mög­li­chen indi­vi­du­el­len Bil­dungs­ab­schluss zu füh­ren. Denn Schu­len
sol­len nicht nur Abschlüsse ver­ge­ben, son­dern vor allem Anschlüsse ermöglichen.

Bil­dung von Anfang an
Gute Bil­dung beginnt früh. Wir wer­den die Städte und Gemein­den beim
bedarfs­ge­rech­ten Aus­bau der Betreu­ung von unter Drei­jäh­ri­gen unter­stüt­zen, damit
der Rechts­an­spruch auf einen sol­chen Betreu­ungs­platz ver­wirk­licht wird. Wir wer­den
hoch­wer­tige Ange­bote schaf­fen, in denen Kin­der indi­vi­du­ell geför­dert und die Eltern
in eine echte Bil­dungs– und Erzie­hungs­part­ner­schaft ein­be­zo­gen wer­den. Dabei
legen wir auch Wert auf die örtli­che Trä­ger­viel­falt und auf die Umset­zung
unter­schied­li­cher päd­ago­gi­scher Ansätze in der Elementarpädagogik.

In den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen sol­len auch Erzie­hungs­be­ra­tung mit Ange­bo­ten zur
Fami­li­en­hilfe und Gesund­heits­vor­sorge ver­bun­den wer­den. Nur wer Kin­der– und
fami­li­en­po­li­ti­sche Infra­struk­tur ganz­heit­lich ver­steht, kann Kin­der und Fami­lien
erfolg­reich för­dern und beraten.

Die SPD wird ein Kin­der­bil­dungs­ge­setz vor­le­gen, das die­sen Namen wirk­lich
ver­dient. Mit maß­ge­schnei­der­ten Sofort­maß­nah­men wer­den wir die Kin­der­bil­dung in
unse­rem Land ver­bes­sern. Dazu zäh­len die Ein­füh­rung bedarfs­ge­rech­ter
Pau­scha­len, die Bil­dung klei­ne­rer Grup­pen sowie der Ein­stieg in die Aka­de­mi­sie­rung
der Aus­bil­dung von Erzie­he­rin­nen und Erzie­hern auch über duale Bil­dungs­gänge.
Zugleich wer­den wir ein hoch­wer­ti­ges Ange­bot für die Fort– und Wei­ter­bil­dung
schaf­fen und dabei auch die vor­han­de­nen Fach­schu­len einbeziehen.

Die Qua­li­tät der Arbeit und die Wei­ter­ent­wick­lung der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen
hän­gen von den Rah­men­be­din­gun­gen und der Finanz­aus­stat­tung ab. Wir wer­den
bei­des deut­lich verbessern.

Ent­spre­chend der gesetz­li­chen Rege­lung für den Schul­el­tern­rat wol­len wir eine
gewählte Eltern­ver­tre­tung auch in den Kitas über die Ebe­nen des Bezirks­bei­ra­tes,
des Stadt­el­tern­ra­tes bis hin zum Lan­des­el­tern­rat. Wir wol­len, dass der
Lan­des­el­tern­rat Mit­glied im stän­di­gen Arbeits­kreis Kin­der­be­treu­ung („STAK“) wird.

Wir wol­len, dass der Besuch der Kin­der­ta­ges­stätte schritt­weise für alle Kin­der
gebüh­ren­frei wird. Die Finan­zie­rung muss durch das Land erfol­gen. Wenn wir mehr
in Betreu­ung und Bil­dung inves­tie­ren, nutzt dies Kin­dern und Eltern wesent­lich mehr
als höhe­res Kin­der­geld oder ein Betreu­ungs­geld. Eine Stich­tags­re­ge­lung für den
Übergang von der Kin­der­ta­ges­stätte in die Grund­schule leh­nen wir ab. Eltern und
Päd­ago­gen aus Kita und Grund­schule ent­schei­den gemein­sam über den
Schul­be­ginn des Kindes.

Län­ger gemein­sam ler­nen
Für gerechte Bil­dungs­chan­cen brau­chen wir län­ge­res gemein­sa­mes Ler­nen mit
indi­vi­du­el­ler För­de­rung jedes ein­zel­nen Kin­des. Die viel zu frühe Aus­lese von
Schü­le­rin­nen und Schü­lern und die man­gelnde Durch­läs­sig­keit zwi­schen den
Schul­for­men füh­ren in hohem Maße zu Benach­tei­li­gun­gen. Obwohl der
Zusam­men­hang von geglie­der­tem Schul­sys­tem und sozia­ler Unge­rech­tig­keit
offen­sicht­lich ist und durch inter­na­tio­nale Stu­dien bestä­tigt wird, ver­wei­gern sich die
Kon­ser­va­ti­ven in unse­rem Land den drin­gend not­wen­di­gen Reformen.

Nordrhein-Westfalen braucht seine Kin­der, seine Talente – und zwar alle! Das
mehr­glied­rige Schul­sys­tem ver­schwen­det Talente, zu viele Schü­le­rin­nen und Schü­ler
wer­den abge­schult, zu viele blei­ben sit­zen, zu viele ver­las­sen die Schule ohne
Abschluss. Noch immer erlan­gen zu wenige die Berech­ti­gung zum
Hoch­schul­zu­gang. Wir wol­len das erfolg­rei­che gemein­same Ler­nen in Viel­falt in den
Grund­schu­len auf die wei­ter­füh­ren­den Schu­len übertragen.

Die Gemein­schafts­schule: Schule der Zukunft
Wir set­zen auf die Gemein­schafts­schule als Schule der Zukunft. Wir wer­den die
Men­schen auf die­sem Reform­weg mit­neh­men und wer­ben des­halb für einen brei­ten
bil­dungs­po­li­ti­schen Kon­sens in der Gesellschaft.

Beste Bildung

Die Gemein­schafts­schule ist eine Ganz­tags­schule. Sie nimmt die Kin­der nach der
Grund­schule auf und ist bis zur Klasse 10 für deren Bil­dungs­er­folg ver­ant­wort­lich. In
den Klas­sen 5 und 6 fin­det für alle Kin­der ein gemein­sa­mer Unter­richt statt. Eltern,
Schule und Schul­trä­ger ent­schei­den, ob ab der sieb­ten Klasse wei­ter­hin ein
voll­stän­dig inte­gra­ti­ver Unter­richt statt­fin­det oder ob eine Dif­fe­ren­zie­rung
(bei­spiel­weise in Hauptschul-, Real­schul– und Gym­na­si­al­klas­sen) vor­ge­nom­men
wird. Am Ende der Klasse 10 kön­nen auf der Gemein­schafts­schule alle Abschlüsse
der Sekun­dar­stufe I erreicht werden.

Mit der Gemein­schafts­schule sichern wir ein wohn­ort­na­hes Schul­an­ge­bot und
ermög­li­chen es so den Städ­ten und Gemein­den, fle­xi­bel auf die demo­gra­fi­sche
Ent­wick­lung zu reagieren.

Die Gemein­schafts­schule steht für eine andere Lern­kul­tur. Jede Schü­le­rin, jeder
Schü­ler erhält einen indi­vi­du­el­len Lern– und För­der­plan. Wir wol­len, dass der
Unter­richt neu orga­ni­siert und gestal­tet wird. Ler­nen in Pro­jek­ten und
fächer­über­grei­fen­des Ler­nen erfor­dern fle­xi­blere Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren. Ziel ist die
kon­se­quente Berück­sich­ti­gung unter­schied­li­cher Lern­vor­aus­set­zun­gen und
Fähig­kei­ten. Um diese Ziele zu errei­chen, brau­chen Leh­re­rin­nen und Leh­rer
ent­spre­chende Res­sour­cen, Zeit sowie Aus– und Fortbildungsmöglichkeiten.

Schu­len wer­den zu Häu­sern des Ler­nens und Lebens
Schu­len müs­sen selbst und ver­ant­wort­lich über ihre Arbeit ent­schei­den kön­nen.
Des­halb hal­ten wir am Prin­zip der selbst­stän­di­gen Schule fest, die in ein Sys­tem von
Bera­tung und Ser­vice ein­ge­bet­tet wird. Das Land bleibt ver­ant­wort­lich für die
Vor­gabe und Über­prü­fung von Bil­dungs­stan­dards. Zum neuen
Steue­rungs­ver­ständ­nis gehört ein lan­des­wei­ter Bil­dungs­be­richt, der alle
Bil­dungs­be­rei­che umfasst. Dazu gehört auch eine neue Rolle der Kom­mu­nen. Ihnen
wol­len wir einen grö­ße­ren Gestal­tungs­spiel­raum für ihr bil­dungs­po­li­ti­sches Ange­bot
ermög­li­chen. Viele Städte und Gemein­den prak­ti­zie­ren dies bereits und betei­li­gen die
Eltern offen­siv daran. Wir unter­stüt­zen diese Ent­wick­lung aus­drück­lich. Dabei sor­gen
wir dafür, dass jedes Kind, unab­hän­gig vom Wohn­ort, opti­male Bil­dungs­chan­cen
erhält.

Gerechte Bil­dungs­chan­cen brau­chen gute Rah­men­be­din­gun­gen für Leh­re­rin­nen und
Leh­rer sowie Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Des­halb set­zen wir auf einen Stu­fen­plan für
klei­nere Klas­sen. In einem ers­ten Schritt soll es keine Klas­sen mit mehr als 30
Schü­le­rin­nen und Schü­lern mehr geben, mit­tel­fris­tig wol­len wir Klas­sen­grö­ßen von
höchs­tens 25 Schü­le­rin­nen und Schü­lern errei­chen. Schu­len in sozial schwä­che­ren
Stadt­tei­len müs­sen bevor­zugt behan­delt wer­den und eine ent­spre­chend bes­sere
finan­zi­elle und per­so­nelle Aus­stat­tung erhal­ten. Wir wol­len die Bildungs-,
Erzie­hungs– und Betreu­ungs­zeit für alle Kin­der und Jugend­li­chen aus­bauen. Die
Nach­frage nach Ganz­tags­plät­zen ist groß. Wir wol­len ein Recht auf Ganztag.

Eine Ganz­tags­schule ver­teilt Unter­richt, Zeit für Haus­auf­ga­ben, krea­tive Ange­bote,
Sport und Ent­span­nung über den gan­zen Tag. Eine Ganz­tags­schule bie­tet
gemein­same Mahl­zei­ten für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Dabei gilt: Kein Kind darf
aus finan­zi­el­len Grün­den vom gemein­sa­men Mit­tag­es­sen und ande­ren schu­li­schen
Akti­vi­tä­ten aus­ge­schlos­sen wer­den. Wir wol­len eine lan­des­ein­heit­li­che Rege­lung für
Essens­zu­schuss sowie wei­tere Kos­ten­zu­schuss­re­ge­lun­gen und keine kom­mu­na­len
Rege­lun­gen nach Kassenlage.

Täg­lich geben alle im Bil­dungs­sys­tem Mit­wir­ken­den den Kin­dern und Jugend­li­chen
Halt und Aner­ken­nung, sie ver­mit­teln Wis­sen und sie erzie­hen. Die Moti­va­tion und
Leis­tungs­be­reit­schaft die­ser Bil­dungs­fach­leute ist der Schlüs­sel für die
Leis­tungs­fä­hig­keit unse­res Schul­sys­tems. Neben einer Kul­tur der Aner­ken­nung
brau­chen wir ein bes­se­res Unter­stüt­zungs­sys­tem, das Qua­li­fi­zie­rung ermög­licht und
Frei­räume schafft. Das päd­ago­gi­sche Per­so­nal soll durch unter­stüt­zende Fach­kräfte
wie z.B. Ver­wal­tungs­fach­leute und Sozi­al­ar­bei­ter ent­las­tet werden.

Schu­len brau­chen eine bau­li­che Gestal­tung, die den neuen und ganz­heit­li­chen
Anfor­de­run­gen an die Lern– und Lebens­be­din­gun­gen von Schü­lern und Schü­le­rin­nen
und Per­so­nal fle­xi­bel Rech­nung tra­gen kön­nen. – Das Land för­dert die Ent­wick­lung
von Modell­vor­ha­ben und die Ent­wick­lung von Stan­dards, so dass sich Bau­sün­den
der sieb­zi­ger Jahre nicht wie­der­ho­len (können).

Abitur nach 12 und 13 Jah­ren
Die Art und Weise, wie das Tur­bo­ab­itur in NRW orga­ni­siert wurde, belas­tet
Schü­le­rin­nen und Schü­ler, Eltern, Leh­re­rin­nen und Leh­rer in unver­ant­wort­li­cher
Weise.

Die Schul­zeit­ver­kür­zung hat zu einer ernor­men Ver­dich­tung des Unter­richts in der
Sekun­dar­stufe I des Gym­na­si­ums geführt. Zudem hat es die schwarz-gelbe
Lan­des­re­gie­rung ver­säumt, recht­zei­tig ange­mes­sene Rah­men­be­din­gun­gen zu
schaf­fen. Die Leh­re­rin­nen und Leh­rer wur­den nicht vor­be­rei­tet, die Lehr­pläne nicht
früh­zei­tig genug über­ar­bei­tet und der Ganz­tag viel zu spät, nur auf Druck und
unzu­rei­chend, ein­ge­rich­tet. Kon­se­quenz ist: Das Tur­bo­ab­itur erzeugt
unan­ge­mes­se­nen Lern­druck, ver­hin­dert Durch­läs­sig­keit und über­for­dert die Schu­len
bei der Umsetzung.

Das wer­den wir kor­ri­gie­ren. Wir wer­den den Schü­le­rin­nen und Schü­lern den Weg
zum Abitur nach zwölf, aber auch nach 13 Jah­ren offen hal­ten. Ein gene­rel­les Abitur
nach zwölf Jah­ren leh­nen wir ab.

Berufs­kol­legs zu beruf­li­chen Kom­pe­tenz­zen­tren aus­bauen
Nach dem Grund­satz der Gleich­wer­tig­keit der beruf­li­chen und der all­ge­mei­nen
Bil­dung und mit der Ver­pflich­tung, allen Jugend­li­chen eine gute Aus­bil­dung zu
ermög­li­chen, wer­den wir das Berufs­bil­dungs­sys­tem zu einem gleich­be­rech­tig­ten Teil
des Bil­dungs­we­sens wei­ter­ent­wi­ckeln, in dem auch alle schu­li­schen Abschlüsse
erwor­ben wer­den kön­nen. Die beruf­li­che Ober­stufe kann und muss stär­ker als bis­her
als Alter­na­tive zum Ler­nen in der all­ge­mein­bil­den­den Ober­stufe aus­ge­baut werden.

Inklu­sion als Ziel
Die Schule der Zukunft ist eine Schule des gemein­sa­men Ler­nens. Nir­gendwo
besu­chen so viele Kin­der mit Behin­de­run­gen oder Lern­schwä­chen spe­zi­elle
För­der­schu­len wie in Deutsch­land – in vie­len Fäl­len völ­lig unnö­tig. Wir set­zen auf das
Prin­zip der Inklu­sion. Ein inklu­si­ves unter­schei­det sich von einem inte­gra­ti­ven
Bil­dungs­sys­tem. Die inte­gra­tive Päd­ago­gik strebt die Ein­glie­de­rung von Schü­le­rin­nen
und Schü­ler in das all­ge­meine Bil­dungs­sys­tem an. Inklu­sion hin­ge­gen bedeu­tet,
dass Struk­tu­ren und Didak­tik von vorn­her­ein auf die Unter­schied­lich­keit der
Schü­le­rin­nen und Schü­ler und indi­vi­du­el­les För­dern und For­dern aus­ge­rich­tet sind.
Wir wol­len eine Neu­ori­en­tie­rung in der son­der­päd­ago­gi­schen För­de­rung hin zu
einem inklu­si­ven Bildungssystem.

Die Umset­zung der UN-Konvention über die Rechte von Men­schen mit
Behin­de­run­gen erfor­dert einen bedarfs­ge­rech­ten Umbau des Schul­sys­tems: die
För­de­rung behin­der­ter oder benach­tei­lig­ter Kin­der in der Regel­schule muss zum
Nor­mal­fall, ihre Auf­nahme an beson­de­ren För­der­schu­len der Aus­nah­me­fall werden.

Zukunfts­wei­sende Leh­rer­aus­bil­dung
Zu einer zukunfts­ori­en­tier­ten Schul­struk­tur gehört eine moderne Leh­rer­bil­dung, die
sich nicht an Schul­for­men, son­dern an Lern­pha­sen aus­rich­tet. Wir wol­len, dass alle
Lehr­kräfte gleich lang und gleich gut aus­ge­bil­det wer­den. Jedem inter­es­sier­ten
Absol­ven­ten einer lehr­amts­re­le­van­ten Bache­lors ist ein Lehr­amts­mas­ter­platz
anzu­bie­ten. Der Vor­be­rei­tungs­dienst umfasst 18 Monate. Wir wol­len eine glei­che
Ein­gangs­be­sol­dung für alle Lehr­äm­ter und die Ein­füh­rung auf­ga­ben­be­zo­ge­ner
Beför­de­rungs­äm­ter für die Schulen.

Unser Sofort­pro­gramm für bes­sere Bil­dung
Mit einem Sofort­pro­gramm für bes­sere Bil­dung wer­den wir in einem Schritt drin­gend
not­wen­dige Kor­rek­tu­ren und wich­tige Neue­run­gen auf den Weg bringen.

  • Der Eltern­wille erhält wie­der Vor­rang. Anstatt ver­bind­li­che
    Grund­schul­emp­feh­lun­gen und Pro­gno­se­un­ter­richt wer­den zukünf­tig wie­der die Eltern
    in part­ner­schaft­li­cher Zusam­men­ar­beit mit den Leh­re­rin­nen und Leh­rern über die
    wei­tere Schul­lauf­bahn ihrer Kin­der entscheiden.
  • Die Kopf­no­ten wer­den abge­schafft. Eine sol­che Note wird der indi­vi­du­el­len
    Viel­falt der Kin­der nicht gerecht und ent­spricht nicht einer ange­mes­se­nen Kul­tur der
    Rückmeldung.
  • Die Drit­tel­pa­ri­tät wird wie­der ein­ge­führt. Damit wer­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler
    in der Schul­kon­fe­renz wie­der gleich­be­rech­tigt an den Ent­schei­dun­gen betei­ligt.
    Eltern, Leh­re­rin­nen und Leh­rern sind dann wie­der gleich­be­rech­tigt ver­tre­ten. Wir
    stär­ken so die Mit­ge­stal­tung aller Betei­lig­ten an einer Schule und damit die
    inner­schu­li­sche Demokratie.
  • Die ver­bind­li­che Abschaf­fung der Schul­be­zirke für Grund­schu­len wird rück­gän­gig
    gemacht. Die Kom­mu­nen müs­sen eigen­ver­ant­wort­lich ent­schei­den kön­nen, wie sie
    not­wen­dige Steue­run­gen vor­neh­men, um eine opti­male Schul­ver­sor­gung garan­tie­ren
    zu kön­nen. Glei­ches gilt für die Berufskollegs.
  • Gemein­sam mit den Kom­mu­nen wer­den wir unter Ein­be­zie­hung aller Betei­lig­ten
    die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­füh­rung der Gemein­schafts­schu­len schaffen.
  • Die Dif­fa­mie­rung der Gesamt­schule wird been­det. Ent­wick­lun­gen vor Ort wer­den
    kon­struk­tiv beglei­tet und die Ganz­tags­form wird wie­der ermöglicht.
  • Schul­lei­te­rin­nen und Schul­lei­ter brau­chen mehr Zeit, um das Schul­le­ben zu
    gestal­ten. In der Ver­gan­gen­heit haben die Auf­ga­ben enorm zuge­nom­men. Die Zeit
    für die Erfül­lung von Auf­ga­ben der Schul­lei­tung an allen Schul­for­men muss
    schritt­weise aus­baut wer­den. Der kom­mu­nale Schul­trä­ger soll bei der Beset­zung der
    Schul­lei­tun­gen wie­der ent­schei­dend betei­ligt werden.
Beste Bildung

Gute Hoch­schu­len
Unter unse­rer Füh­rung ist in NRW die dich­teste Hoch­schul­land­schaft Euro­pas
ent­stan­den. Doch die Situa­tion an den Hoch­schu­len in Nordrhein-Westfalen hat sich
in den letz­ten Jah­ren dras­tisch ver­schlech­tert. In allen vier am Zusam­men­le­ben im
Lebens­raum Hoch­schule betei­lig­ten Grup­pen – so dif­fe­ren­ziert ihre Per­spek­ti­ven
durch die Spal­tungs­po­li­tik von CDU und FDP auch sein mögen – wächst die starke
Unzu­frie­den­heit und der Lei­dens­druck. Sie alle sind nega­tiv von der Bil­dungs­po­li­tik
der letz­ten Jahre betroffen.

Die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sind immer häu­fi­ger von
pre­kä­ren Arbeits­ver­hält­nis­sen bedroht, da die Hoch­schul­lei­tun­gen durch unklare
Mit­tel­lage und Stu­di­en­ge­büh­ren in vie­len Fäl­len nur befris­tete Ver­träge abschlie­ßen
kön­nen. Die Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren sehen sich der ver­ständ­li­chen Kri­tik
daran, ebenso wie der berech­tig­ten Kri­tik der Stu­die­ren­den etwa an den
Betreu­ungs­ver­hält­nis­sen und Stu­di­en­ge­büh­ren aus­ge­setzt. Dabei müs­sen sie selbst
inten­siv Dritt­mit­tel ein­wer­ben, um for­schen zu kön­nen. Wenn sie das tun bleibt aber
ent­ge­gen dem Hum­boldt­schen Ideal die for­schungs­ba­sierte Lehre auf der Strecke.

Die Stu­die­ren­den sind mit den neuen Stu­di­en­gän­gen extrem belas­tet. Immer
häu­fi­ger erlei­den sie psy­chi­sche Erkran­kun­gen. Sie erhal­ten nicht genug finan­zi­elle
Unter­stüt­zung, müs­sen zusätz­lich ihre Stu­di­en­ge­büh­ren finan­zie­ren und oft meh­rere
Jobs anneh­men, häu­fig in den Abend– und Nacht­stun­den. Viele bre­chen ihr Stu­dium
ab. Inzwi­schen füh­len sie sich der­art hin­ters Licht geführt, ver­ra­ten und hilf­los, dass
sie zu Recht auf­be­geh­ren und pro­tes­tie­ren. Auch die Gruppe der wei­te­ren
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter fällt der immer deut­li­cher feh­len­den Aus­fi­nan­zie­rung
der Hoch­schu­len zum Opfer. Fort­schrei­ten­der Spar– und Pri­va­ti­sie­rungs­wahn führt zu
Kün­di­gun­gen oder Aus­glie­de­run­gen von Hoch­schul­be­rei­chen und damit
ein­her­ge­hen­den Lohn­ver­lus­ten, da Tarif­ver­träge umgan­gen werden.

Diese und viele andere Pro­bleme ent­stan­den auf Basis der kon­se­quen­ten
Abwäl­zung von poli­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen und Pro­ble­men an die Hoch­schu­len,
Ver­ant­wor­tungs­flucht, die feh­lende Fähig­keit den Betrof­fe­nen an den
Hoch­schul­stand­or­ten zuzu­hö­ren und ideo­lo­gi­sche Scheuklappen.

Die­ser ver­fehl­ten Poli­tik wer­den wir kon­se­quent ein Ende set­zen. Unser Ver­ständ­nis
von Bil­dungs­po­li­tik ist ein gänz­lich ande­res. Bil­dungs­po­li­tik ist eine bedeu­tende
staat­li­che Auf­gabe, sie trägt wesent­lich zur Chan­cen­gleich­heit und
Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit bei und sichert unter ande­rem den Wohl­stand für künf­tige
Gene­ra­tio­nen. Die For­mu­lie­rung die­ser Ziele muss aus unse­rer Sicht gemein­sam
und auf Augen­höhe zwi­schen den Hoch­schu­len und der Poli­tik erfolgen.

Moderne Bil­dungs­po­li­tik nutzt die Bil­dungs­re­ser­ven in der Gesell­schaft. Bil­dung dient
auch der Qua­li­fi­ka­tion, ist aber vor allem ein Men­schen­recht und ein Wert an sich.
Wir wol­len die­sen Wert wie­der in unse­rer Gesell­schaft stär­ken und im
Wis­sen­schafts­sys­tem nach­hal­tig verankern.

Moderne Bil­dungs­po­li­tik sichert Zukunft. Inves­ti­tio­nen in Bil­dung sind Inves­ti­tio­nen für
die nächs­ten Gene­ra­tio­nen. Wir sind uns bewusst, dass die Inves­ti­ti­ons­zy­klen im
Wis­sen­schafts­sys­tem län­ger sind als in ande­ren Poli­tik­fel­dern und des­halb alle
Kon­zepte inhalt­lich und mate­ri­ell lang­fris­tig ange­legt sein müs­sen. Wir wol­len daher
dau­er­haft mehr Geld in Bil­dung inves­tie­ren und beken­nen uns zu den Zie­len des
Bil­dungs­gip­fels, bis 2015 gesamt­staat­lich 10 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts für
Bil­dungs– und For­schungs­aus­ga­ben auf­zu­wen­den. Wer das Bil­dungs­ni­veau
nach­hal­tig stei­gern und somit Arbeits­plätze in NRW sichern will, muss sol­che
Prio­ri­tä­ten setzen.

Unsere vor­ran­gi­gen Ziele dabei sind:

  • Wir ste­hen für eine in ihrer gesam­ten Breite geför­der­ten Hoch­schul­land­schaft in
    staat­li­cher Ver­ant­wor­tung, deren Struk­tur natio­nal und inter­na­tio­nal kon­kur­renz­fä­hig
    ist, die staat­lich solide finan­ziert wird und sehr gute Stu­di­en­be­din­gun­gen bietet.
  • Mit uns wird es keine Pri­va­ti­sie­rung von Hoch­schul­stand­or­ten geben. Auch die
    Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken sol­len in öffent­li­cher Ver­ant­wor­tung bleiben.
  • Wir ste­hen für die kon­se­quente Über­ar­bei­tung und Wei­ter­ent­wick­lung des
    Bologna-Prozesses. Wir wer­den für ver­gleich­bare und ange­mes­sene Bache­lor–
    Stu­di­en­gänge sor­gen. Das beinhal­tet für uns freiere Wahl­mög­lich­kei­ten bei
    Semi­na­ren und Vor­le­sun­gen, weni­ger Anwe­sen­heits­pflich­ten und eine neue,
    ein­heit­li­che Berech­nung und Ver­gleich­bar­keit der ECTS (Leistungs)-Punkte.
    Außer­dem müs­sen Stu­di­en­st­ruk­tu­ren fle­xi­bel sein. Des­halb wer­den wir den
    Stu­di­en­orts­wech­sel ver­ein­fa­chen und gemein­sam mit den Hoch­schu­len koope­ra­tive
    Stan­dards für die wech­sel­sei­tige Abstim­mung der Stu­di­en­in­halte ent­wi­ckeln. Stär­ker
    als bis­her müs­sen wir die inter­na­tio­na­len Mög­lich­kei­ten des Hoch­schul­sys­tems
    nutzen.
  • Wir wer­den sicher­stel­len, dass qua­li­fi­zierte Stu­die­rende mit Bachelor-Abschluss,
    die ihren Mas­ter machen möch­ten, auch einen Mas­ter­stu­di­en­platz erhal­ten. Auch bei
    den Mas­ter­pro­gram­men ach­ten wir auf ihre Studierbarkeit.
  • Wir ste­hen für ein gebüh­ren­freies Stu­dium, in dem kein jun­ger Mensch vom
    Stu­dium abge­schreckt wird. Wir wer­den jeg­li­che For­men von Stu­di­en­ge­büh­ren
    zeit­nah nach der Wahl abschaffen.
  • Wir bekämp­fen pre­käre Beschäf­ti­gung auch an den Hoch­schu­len. Das
    Hoch­schul­per­so­nal gehört für uns grund­sätz­lich in den Lan­des­dienst. Die jet­zige
    Situa­tion hat zu einer nicht hin­nehm­ba­ren Ver­schlech­te­rung der Stel­lung des
    Hoch­schul­per­so­nals geführt. Zusätz­lich wer­den wir auch die stu­den­ti­schen
    Beschäf­tig­ten tarif­lich absi­chern, indem wir sie in den Tarif­ver­trag des Lan­des
    aufnehmen.
  • In der nächs­ten Legis­la­tur­pe­riode wird der dop­pelte Abitur­jahr­gang die Schule
    abschlie­ßen und es wird einen erhöh­ten Bedarf an Stu­di­en­plät­zen geben, den wir im
    Sinne der Chan­cen­gleich­heit decken wol­len. Inzwi­schen ist das Thema
    all­ge­gen­wär­tig und wir haben schon seit Jah­ren dar­auf hin­ge­wie­sen. Pas­siert ist
    bis­her wenig, des­halb wol­len wir inten­siv daran arbei­ten, dass schnell wei­tere
    Stu­di­en­plätze ent­ste­hen. Dafür wol­len wir unter ande­rem Per­so­nal bereit­stel­len,
    sowohl in der Lehre, als auch in der Ver­wal­tung und die räum­li­chen
    Vor­aus­set­zun­gen schaffen.
  • Wir wol­len die Uni­ver­si­tä­ten auch für Berufs­prak­ti­ker öffnen. Des­halb wer­den wir
    gemein­sam mit den Uni­ver­si­tä­ten einen „Wech­sel­kurs“ zur Anrech­nung der in der
    Berufs­aus­bil­dung erbrach­ten Leis­tun­gen ent­wi­ckeln, die anstelle des Abiturs tre­ten
    können.
  • Wir ste­hen für das BAföG und wer­den für eine sofor­tige Erhö­hung der Regel­sätze
    über den Infla­ti­ons­aus­gleich hin­aus sor­gen. Außer­dem möch­ten wir die Gruppe der
    Bezugs­be­rech­tig­ten aus­bauen und per­spek­ti­visch zu einer elter­n­un­ab­hän­gi­gen
    För­de­rung gelan­gen. Aus­schließ­lich Sti­pen­dien als finan­zi­elle Unter­stüt­zung, wie sie
    der Inno­va­ti­ons­mi­nis­ter vor­ge­schla­gen hat, leh­nen wir hin­ge­gen ab. Die
    Stu­di­en­fi­nan­zie­rung muss nach sozia­len Kri­te­rien erfol­gen und kri­sen­si­cher sowie
    unab­hän­gig sein.
  • Wir ste­hen für leben­dige Hoch­schu­len. Für uns ist dabei die demo­kra­ti­sche
    Selbst­ver­wal­tung Aus­druck der Wis­sen­schafts­frei­heit. Des­halb wer­den wir die
    Hoch­schul­räte wie­der abschaffen.
  • Stu­die­rende brau­chen eine starke stu­den­ti­sche Selbst­ver­wal­tung. Wir ste­hen zur
    ver­fass­ten Stu­die­ren­den­schaft, ihrer Sat­zungs­au­to­no­mie und Finanz­ho­heit. Mit uns
    wird es kei­nen Abbau ihrer Rechte geben. Allen betei­lig­ten Grup­pen muss ein
    Mit­wir­kungs– und Mit­be­stim­mungs­recht ein­ge­räumt wer­den, um die viel­fäl­ti­gen
    Auf­ga­ben in Lehre und For­schung ver­ant­wor­tungs­voll und effi­zi­ent erfül­len zu
    können.
  • Wir ste­hen für den Erhalt eines brei­ten Ange­bots an Stu­di­en­gän­gen. Wir wer­den
    sicher­stel­len, dass jedes Fach in NRW dau­er­haft ange­bo­ten wird.
  • Wir ste­hen für ein aus­rei­chen­des Stu­di­en­an­ge­bot. Wir wer­den sicher­stel­len, dass
    allen Stu­dier­wil­li­gen ein ent­spre­chen­des Ange­bot an Stu­di­en­plät­zen zur Ver­fü­gung
    steht und die Kapa­zi­tä­ten der Hoch­schu­len bedarfs­ge­recht aus­ge­baut werden.
  • Wir ste­hen für nach­hal­tige Frau­en­för­de­rung in For­schung und Lehre. Wir wer­den
    die Hoch­schu­len dabei unter­stüt­zen, ihren Frau­en­an­teil dau­er­haft auf 50 Pro­zent zu
    erhö­hen. Sofern das nicht anders erreich­bar ist, wer­den wir eine Quo­ten­re­ge­lung
    her­bei führen.
  • Wir ste­hen für starke Stu­den­ten­werke. Wir wer­den die Stu­den­ten­werke als
    Haupt­trä­ger der sozia­len Infra­struk­tur wie­der finan­zi­ell und struk­tu­rell stär­ken. Sie
    müs­sen ihren Auf­ga­ben fle­xi­bel, bedarfs­ge­recht und flä­chen­de­ckend nach­ge­hen
    können.

Wei­ter­bil­dung gewähr­leis­ten
Bil­dung ist Men­schen­recht. Wir wol­len die ler­nende Gesell­schaft, in der sich
Men­schen ein Leben lang wei­ter ent­wi­ckeln kön­nen. Lebens­lan­ges Ler­nen und
Wei­ter­bil­dung sind Kern­ele­mente der zukunfts­fä­hi­gen und nach­hal­ti­gen Gestal­tung
unse­res Gemein­we­sens. Damit steht sie genauso in öffent­li­cher Ver­ant­wor­tung wie
andere Bil­dungs­ab­schnitte und ist ein Teil der öffent­li­chen Daseins­vor­sorge.
Wei­ter­bil­dung erwei­tert den Hori­zont, erhöht die Chan­cen­gleich­heit, wirkt
gesell­schaft­li­cher Des­in­te­gra­tion ent­ge­gen und leis­tet einen Bei­trag zur Her­stel­lung
sozia­ler Gerech­tig­keit. Sie sichert zudem den wirt­schaft­li­chen Erfolg durch gut und
aktu­ell qua­li­fi­zierte Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer. Dabei gilt unser
beson­de­res Augen­merk auch den Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­ten für ältere Men­schen
sowie Men­schen aus ein­kom­mens­schwa­chen und bil­dungs­fer­nen Milieus.

Lebens­lan­ges Ler­nen för­dert den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und die
Ent­wick­lung der sozia­len Demokratie.

Unter der Füh­rung der SPD ist in Nordhein-Westfalen eine plu­rale und
leis­tungs­fä­hige Wei­ter­bil­dungs­land­schaft ent­stan­den. Die Volks­hoch­schu­len neh­men
dabei als kom­mu­nale Pflicht­auf­gabe eine Schlüs­sel­stel­lung ein. Aller­dings haben
CDU und FDP die nordrhein-westfälische Wei­ter­bil­dungs­land­schaft durch ihre
Kür­zungs­po­li­tik mas­siv unter Druck gesetzt. Ent­ge­gen vor­he­ri­gen Ankün­di­gun­gen,
den Wei­ter­bil­dungs­etat auf­zu­sto­cken, beging Schwarz-Gelb auch hier Wort­bruch und
kürzte die Wei­ter­bil­dungs­mit­tel um 13,5 Mil­lio­nen Euro. Wir wer­den die schwarz–
gel­ben Kür­zun­gen zurück­neh­men und die Mit­tel­ver­gabe für die Dauer einer
Legis­la­tur­pe­riode fest­schrei­ben. Nur so geben wir den Ein­rich­tun­gen und den
Kom­mu­nen Pla­nungs­si­cher­heit, damit ein leis­tungs­fä­hi­ges und brei­tes
Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot vor­ge­hal­ten wer­den kann.

Wir wer­den das Prin­zip der zwei­ten Chance stär­ken, indem wir allen Men­schen in
unse­rem Land ermög­li­chen, ent­gelt­frei an einer aner­kann­ten Wei­ter­bil­dungs­stätte
Schul­ab­schlüsse nachzuholen.

Men­schen müs­sen die Chance haben, nicht wahr genom­mene Bil­dungs­chan­cen zu
kor­ri­gie­ren. Wei­ter­bil­dungs­kol­legs sind unsere Ant­wort in NRW. Sie bie­ten ein
dif­fe­ren­zier­tes Ange­bot an schul­ab­schluss­be­zo­ge­nen Bil­dungs­gän­gen, das auch
Online-Lehrgänge ein­schließt. Der von uns vor zehn Jah­ren ein­ge­schla­gene Weg,
die Schu­len des zwei­ten Bil­dungs­we­ges zu inte­grier­ten Sys­te­men zu ent­wi­ckeln, wird
von uns kon­se­quent wei­ter verfolgt.

Beschäf­tigte, die wäh­rend der Kurz­ar­beit eine qua­li­fi­zie­rende, abschluss­be­zo­gene
Wei­ter­bil­dung anstre­ben, sol­len von der Not­wen­dig­keit, dem Betrieb zur Ver­fü­gung
zu ste­hen, mit Lohn­er­satz groß­zü­gig befreit wer­den. Mit­tel­fris­tig erstre­ben wir die
Ein­füh­rung eines Erwachsenen-BAFöG sowie eines Rech­tes auf Frei­stel­lung, um
Wei­ter­bil­dung zum Zweck einer abschluss­be­zo­ge­nen Zusatz­aus­bil­dung zu
ermöglichen.

Den nordrhein-westfälischen Aus­bil­dungs­kon­sens mit Wirt­schaft und
Gewerk­schaf­ten wer­den wir zu einem Qua­li­fi­zie­rungs­kon­sens aus­wei­ten. Die
Wirt­schaft muss im Rah­men von Selbst­ver­pflich­tun­gen einen wach­sen­den Anteil
betrieb­li­cher Wei­ter­bil­dung garantieren.