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- Eine folgenreiche Weichenstellung
- Neue Perspektiven für die soziale Sicherheit in NRW
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- Gute Arbeit für alle
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- Solidarische Gesellschaft
- Eine Gemeinsame Kultur
- Demokratische Gesellschaft, starke Kommunen
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4 days agosvenwolf: gebloggt: Politische Aufklärung und Aufarbeitung muss oberste Priorität haben! http://cli.gs/DMg83
4 weeks ago Kategorien
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Gute Arbeit für alle
Bereiche:
Gute Arbeit schaffen
Ausbildung und Qualifizierung für alle
Neue Arbeit durch Innovation
Betriebs– und Personalräte und ihre Mitbestimmung stärken
Selbstständige besser absichern
Familiengerechte Arbeitsbedingungen fördern
Datenschutz ist Schutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Gute Arbeit schaffen
Wir wollen Gute Arbeit für alle, Arbeit, von der die Menschen gut leben können. Wir
wollen prekäre Beschäftigung in jeder Form überwinden. Wir kämpfen für den
flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn. Wer Vollzeit arbeiten geht, muss von
seinem Lohn auch anständig leben können. Das verlangt die Würde des Menschen.
Wer Mindestlöhne verweigert und weiter auf Niedriglöhne setzt, macht Menschen
dauerhaft abhängig von staatlicher Hilfe – im Erwerbsleben und im Alter, weil keine
ausreichenden Rentenansprüche aufwachsen können.
Wir werden Leiharbeitsverhältnisse rechtlich besser absichern. Neben einer
Lohnuntergrenze gehört dazu auch die Stärkung des Prinzips „Gleicher Lohn für
gleiche Arbeit.“ Nach einer angemessenen Einarbeitungszeit soll für die Arbeit in
demselben Unternehmen der Grundsatz „equal pay“ uneingeschränkt gelten.
Beschäftigte müssen durch die Wiedereinführung des Synchronisationsverbots
(Beschäftigung, die auf einen konkreten Auftrag beschränkt ist) vor moderner
Tagelöhnerarbeit geschützt werden. Die konzerninterne Verleihung wollen wir
begrenzen. Die Zahl der Leiharbeiter in einem Betrieb muss bei der Größe des
Betriebsrats berücksichtigt werden.
Wir wollen, dass Dauer, Bezahlung und Anzahl von Praktika gesetzlich geregelt
werden. Berufspraktika dürfen nicht länger als willkürliche Verlängerung der
Probezeit, zur Umgehung des Kündigungsschutzes und zum Lohndumping
missbraucht werden.
Wir werden ein neues Tariftreuegesetz beschließen. Im Einklang mit dem
Vergaberecht werden wir wirksam Lohn– und Sozialdumping bei der Vergabe
öffentlicher Aufträge unterbinden. Dazu gehört auch, dass landeseigene Betriebe auf
den Einsatz von Leiharbeit möglichst verzichten.
Wir stehen zum Modell der Job-Center in gemeinsamer Verantwortung von
Bundesagentur und Kommunen. Hierzu streben wir eine Grundgesetzänderung an.
Die notwendige Finanzausstattung hat der Bund zu tragen.
Gemeinsam mit dem Bund, der Bundesagentur und den Kommunen wollen wir
Arbeitsmöglichkeiten vor Ort fördern und Arbeitsplätze schaffen. Wir werden einen
sozialen Arbeitsmarkt für diejenigen schaffen, die dauerhaft keine Chance zur
Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt haben. Jede und jeder muss eine Chance
bekommen. Dabei ist für uns zentral, dass die in diesem öffentlich geförderten
Beschäftigungssektor tätigen Menschen sinnvolle Arbeit verrichten und mit ihrer
Tätigkeit ihre Existenz selbst sicher können.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit, die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes und
das Maß notwendigen Qualifikationsbedarfs sind in Deutschland regional ganz
unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb brauchen wir eine Regionalisierung, um die
Fördermaßnahmen optimal auf die konkrete Bedarfslage anzustimmen. Nur so
können wir jeder und jedem Einzelnen eine konkrete Vermittlungschance bieten.
Auch die regionalen Kompetenzen der Träger der Arbeitsmarktförderung werden wir
stärken. Eine Abwärtsspirale zu Lasten der Qualität muss durch eine angemessene
Vergabepraxis von Fördermaßnahmen unterbunden werden. Wir werden das
flächendeckende Beratungsangebot des Netzwerks „Frauen & Beruf“ wieder fördern.
Wir setzen uns für ein besseres Anerkennungsverfahren der von den
Einwanderinnen und Einwanderern mitgebrachten akademischen und beruflichen
Abschlüsse ein. Dort wo nötig, sind Anpassungs– und Nachqualifizierungen
vorzunehmen. Die Kompetenzen und Fähigkeiten der Zuwanderer sind, auch
angesichts des drohenden Fachkräftemangels, besser als in der Vergangenheit zu
nutzen.
Wir haben mit der Verlängerung der Kurzarbeit in der Wirtschafts– und Finanzkrise
dafür gesorgt, dass Hunderttausende von Arbeitsplätzen erhalten worden sind. Ab
Mitte 2010 wird die Kurzarbeit in vielen Betrieben auslaufen. Wir werden
Anschlussförderungen entwickeln, damit nicht primär die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer am Ende die Krisenlasten zu tragen haben.
Wir finden uns nicht länger damit ab, dass Frauen in Deutschland für die gleiche
Arbeit noch immer ein Viertel weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen bekommen.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss auch hier gelten. Wir setzen
Geschlechtergerechtigkeit um.
Als Landesregierung werden wir uns dafür einsetzen, dass die Betriebsräte das
Recht erhalten, vom Arbeitgeber eine statistische Diagnose über die Gleichheit der
Gehälter zu verlangen.
Der arbeitsfreie Sonntag muss wieder zur Regel werden. In den Arbeitsbereichen
Sicherheit und Gesundheit gilt es, arbeitnehmerfreundliche Regelungen zu treffen.
Der arbeitsfreie Sonntag ist als Tag der Ruhe sowie für die familiären und sozialen
Bindungen von großer Bedeutung. Auch ein Ladenöffnungsgesetz in NRW muss
dem im Grundgesetz verankerten Schutz von Sonn– und Feiertagen Rechnung
tragen und Ausnahmen begrenzen. Die Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts zum Sonntagsschutz macht deutlich, dass dabei auch
grundlegende Fragen des gesellschaftlichen Selbstverständnisses betroffen sind.
Ausbildung und Qualifizierung für alle
Wir in NRW werden unseren Beitrag dazu leisten, dass in Deutschland wieder
Vollbeschäftigung erreicht wird. Aus der Wirtschaft wird schon heute ein
Fachkräftemangel gemeldet. Zugleich haben wir eine große Zahl arbeitsloser und
nicht ausgebildeter junger Menschen zu beklagen, viele von ihnen mit
Migrationshintergrund. Diesen Widerspruch müssen wir jetzt auflösen, sonst wird der
demographische Wandel das Problem noch weiter verschärfen. Wir müssen alle
Potenziale nutzen.
Wir werden dafür sorgen, dass Wirtschaft und Politik gemeinsam Verantwortung
übernehmen. Der Schlüssel liegt in besserer Bildung und Ausbildung für alle. Hierzu
ist es erforderlich, dass der Übergang von der Schule in den Beruf frühzeitig in
unseren Schulen vorbereitet wird.
Wir fordern mehr Praxiseinblicke in der Schule, um den Berufsfindungsprozess zu
unterstützen und zu begleiten.
Wir wollen eine Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen, die jeder und jedem
eine Ausbildung auf qualitativ hohem Niveau ermöglicht. Auch wenn die Schaffung
von mehr Ausbildungsplätzen und die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses vor
allem in der Verantwortung der Wirtschaft liegen, erfordert dies eine gemeinsame
Anstrengung von Wirtschaft, Politik, Agentur für Arbeit und Berufskollegs. Dabei ist
die Wirtschaft angemessen finanziell zu beteiligen. Es ist eine der dringendsten
Aufgaben, wieder mehr Ausbildungsplätze im dualen System zu schaffen. Die
Ausbildungsgarantie bezieht sich nicht nur auf Schulabgänger, sondern auch auf
Altbewerber. Jede und jeder hat auch eine zweite Chance verdient.
Die kommunalen und landeseigenen Betriebe sind bei der Ausbildung in der Pflicht.
Sie müssen Standards bei der Ausbildungsqualität setzen und auch über den
eigenen Bedarf hinaus ausbilden.
Wir werden bis zu 5000 zusätzliche Ausbildungsplätze mit hohem Praxisanteil
öffentlich finanzieren, um den Ausbildungsmarkt in der Krise zu stabilisieren. Dies ist
sinnvoller, als Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Unkoordinierte und nicht zielgerichtete
Fortbildungsmaßnahmen, die nur zu einer Versorgung in „Warteschleifen“ führen,
lehnen wir ab. Stattdessen werden wir in Zusammenarbeit mit den örtlichen
Übergangssystemen Profiling-Maßnahmen mit anschließenden passgenauen
Qualifizierungsmaßnahmen unterstützen.
Wir wollen kleine und mittlere Unternehmen, die im Verbund mit anderen
Unternehmen oder einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte ausbilden, weiter
organisatorisch und finanziell unterstützen. Der von uns initiierte Ausbildungsbonus
ist auf alle unversorgten Jugendlichen auszuweiten. Dazu schlagen wir die Zahlung
einer Prämie von 2000 Euro an kleine und mittlere Betriebe vor, wenn diese einen
zusätzlichen Ausbildungsplatz schaffen. Weitere 2000 Euro soll das Unternehmen
erhalten, wenn der Auszubildende die Kammerprüfung besteht.
Der Insolvenzschutz für Auszubildende muss garantiert sein. Damit sollen
Auszubildende im Fall einer Insolvenz ihres Unternehmens ihre Ausbildung
reibungslos in anderen Betrieben oder nötigenfalls in staatlicher Trägerschaft
fortsetzen können.
Neue Arbeit durch Innovation
Politik und Wirtschaft müssen gewährleisten, dass unser Land innovativ bleibt und
sich neue Berufsbilder entwickeln. Wir fördern den technologischen Fortschritt, etwa
im Bereich des Umwelt– und Klimaschutzes oder der erneuerbaren Energien. In den
Bereichen Erziehung, Gesundheit und Pflege und in der Kreativwirtschaft können in
den nächsten Jahren zigtausende neuer Arbeitsplätze entstehen, wenn die Politik die
richtigen Rahmenbedingungen schafft. Dafür werden wir sorgen.
Die Menschen mit Unternehmergeist in NRW sollen wissen, dass eine regierende
SPD Strukturen fördern wird, die uns im Wettbewerb voranbringen. Partner für den
Fortschritt sind Wissenschaft und Wirtschaft. Hier arbeiten die Köpfe, die NRW in
Forschung und Entwicklung, in Wachstum und Beschäftigung voranbringen.
Betriebs– und Personalräte und ihre Mitbestimmung stärken
Die Krise hat verdeutlicht, dass die Betriebsräte konsequent und erfolgreich
betriebliches Krisenmanagement geleistet haben. Ihr Know-How und ihre soziale
Verantwortung haben bei der Krisenbewältigung der Arbeitsplatzsicherung Vorrang
vor Renditeerwartungen verschafft. Ihr Beitrag hat geholfen, Beschäftigungsverluste
in der Krise gering zu halten. Künftig muss das Wissen und Können der Betriebs–
und Personalräte verbindlicher in die Unternehmensentwicklung einbezogen werden.
Ihre Rolle beim Antreiben und Managen von Innovationen wollen wir stärken. Um die
Personal– und Betriebsräte dauerhaft in die Lage zu versetzen, diese Rolle zu
spielen, wollen wir Initiativen ergreifen, um das Personalvertretungs– und das
Betriebsverfassungsgesetz entsprechend zu ändern und den Vertreterinnen und
Vertretern der Arbeitnehmerschaft mehr Mitbestimmungsrechte gesetzlich zu
sichern.
Mitbestimmung und Sozialpartnerschaft sind von NRW aus konzipiert und
durchgesetzt worden. Weiterentwicklungen von Mitbestimmung sollten erneut von
NRW ausgehen: durch Verbesserungen von Teilhabe– und
Partizipationsmöglichkeiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch in
kleinen und mittleren Unternehmen wie auf EU-Ebene. Denn Mitbestimmung in der
Arbeitswelt ist Ausdruck von Menschenwürde. Zugleich fördert sie Demokratie als
Lebensform.
Selbstständige besser absichern
Immer mehr Menschen arbeiten – als Teil ihres Lebensentwurfs oder auch
unfreiwillig – als Selbstständige. Neben die klassischen freien Berufe und das
Handwerk treten dabei viele weitere selbstständige Dienstleister. Unsere
Sozialsysteme aber auch viele andere Bestimmungen unseres Staates sind bisher
nicht darauf ausgerichtet, diese Menschen zu unterstützen.
Die neue Landesregierung unter Führung von Hannelore Kraft wird deshalb
Initiativen – auch über den Bundesrat – ergreifen, um Selbstständige zu akzeptablen
Tarifen in die Krankenversicherung einzubinden, sie in eine neu auszurichtende
Arbeitslosenversicherung („Erwerbstätigenversicherung“) aufzunehmen und ihnen
die Altersabsicherung zu erleichtern.
Außerdem wollen wir eine Veränderung des Gewerbemietrechts. Kündigungen
dürfen wie im Wohnraummietrecht nur wegen berechtigter Interessen des Vermieters
möglich sein. Das schützt gerade kleinere Unternehmen vor Knebelverträgen.
Familiengerechte Arbeitsbedingungen fördern
Immer mehr junge Menschen hangeln sich mit teils unbezahlten Praktika, mit
Minijobs, mit Leih– und Zeitarbeit oder ständig befristeten Verträgen von einer
prekären Beschäftigung zur nächsten. Auf der anderen Seite erwarten Politik und
Gesellschaft von genau dieser Altersgruppe die Gründung von Familien. Das passt
nicht zusammen. Die SPD in Nordrhein-Westfalen kämpft für Gute Arbeit. Dazu
gehören auch flexible Arbeitszeitkonten, die Förderung von Betreuungsangeboten
und gesunde Arbeitsbedingungen.
Der Wettbewerb um Fachkräfte wird zunehmend schwieriger. Deshalb müssen
Unternehmen schon in eigenem Interesse jenseits von Gehaltszahlungen Anreize
bieten. Familiengerechte Arbeitsbedingungen und betriebliche Mitbestimmung haben
hierbei schon heute einen besonderen Stellenwert. Dies nimmt weiter zu.
Wir können es uns nicht leisten, Potenziale ungenutzt zu lassen. Deshalb starten wir
mit Wirtschaft und Gewerkschaften eine Initiative zur besonderen Förderung von
älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Auch die berufliche Fort– und
Weiterbildung der Beschäftigten mit Migrationshintergrund muss ausgeweitet
werden.
Datenschutz ist Schutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Zahlreiche Datenschutzskandale in der Wirtschaft zeigen, dass uns die moderne
Informations– und Kommunikationsgesellschaft auch im Arbeitsleben vor neue
Herausforderungen stellt. Eine Totalüberwachung von Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern am Arbeitsplatz darf es genauso wenig geben wie deren
systematische Durchleuchtung. Der verantwortungsbewusste Umgang mit sensiblen
Arbeitnehmerdaten muss in der betrieblichen Praxis immer sichergestellt sein.
Deswegen werden wir uns gegenüber der Bundesregierung für ein eigenständiges
Arbeitnehmerdatenschutzgesetz einsetzen und in NRW dafür sorgen, dass der
Landesdatenschutzbeauftragte ausreichendes Personal erhält, um seine Aufgaben
wirksam wahrzunehmen.
Die Vorratsdatenspeicherung persönlicher Daten durch bzw. für Sozialleistungsträger
und andere öffentliche Einrichtungen ist ebenfalls nur im Rahmen ihrer Aufgaben und
in dem hierfür unumgänglichen Maß zulässig. Dies gilt auch für den elektrischen
Entgeltnachweis (ELENA). Hierfür werden wir uns gegenüber der Bundesregierung
einsetzen.